Deutsch
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Preußen, Frankreich und Bayern kämpften um österreichische Territorien nach dem Tod
von Kaiser Karl VI.
Die "Pragmatische Sanktion" brachte dessen Tochter Maria Theresia
in Wien an die Macht. In den Schlesischen Kriegen schlug der junge König Friedrich
II. von Preußen zunächst die österreichischen Armeen in den Schlachten von Mollwitz
1741 und Chotusitz 1742. Nach einem desaströsen Rückzug aus Böhmen besiegte er die
Österreicher bei Hohenfriedeberg 1745 wobei die Bayreuth-
Der Staat Preußen im europäischen Überlebenskampf. Der österreichische Kanzler Kaunitz
schmiedete eine Koalition zwischen Österreich, Frankreich, Rußland, Schweden und
dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation gegen Preußen. Mit einem Präventivschlag
fiel Friedrich in Sachsen ein und schloß die sächsische Arme in der Elbschleife bei
Pirna gegenüber der Festung Königstein ein. Ein Österreichisches Entsatzheer wurde
am 15.Oktober 1756 bei Lobositz geschlagen. Tags darauf kapitulierte die sächsische
Armee.
Im Mai 1757 schlug Friedrich die Österreicher unter hohen Verlusten bei Prag.
Aber nach seiner ersten Niederlage bei Kolin am 18. Juni musste er die Belagerung
von Prag aufheben und Böhmen verlassen. Unterdessen schlugen die Russen in Ostenpreußen
das unterlegene Korps Lehwaldt am 30. August bei Groß-
Der König zog nach
Thüringen gegen die Verbündeten Truppen der Franzosen und der Reichsarmee. Als der
österreichische General Hadik am 16.10. überraschend in Berlin einfiel, wurde die
Hauptstadt einen Tag später durch den Reitergeneral Seydlitz entsetzt. Dieser hat-
Nur 30 Tage später gelang Friedrich II. ein ebenso unerwarteter wie fürchterlicher Schlag gegen die Österreicher bei Leuthen (siehe ► 2.1. Schlacht bei Leuthen ), von dem diese sich das ganze nächste Jahr 1758 nicht erholen sollten.
Im Westen zwang der Herzog Prinz Ferdinand von Braunschweig mit seiner gemischten
Truppe aus Hannoveranern, Engländern und Preußen die Franzsosen nach der Schlacht
bei Krefeld über den Rhein zurück zugehen. Im Osten schlug Friedrich die Russen in
der verlustreichen Schlacht von Zorndorf am 25. August 1758. Erneut hatte Seydlitz's
Kavallerie die wechsel-
In Sachsen lancierten die österreichischen
Heerführer Laudon und Daun einen erfolgreichen nächtlichen Überfall auf die preußische
Armee bei Hochkirch am 14. Oktober. Die Unterschätzung des Gegners hatte Friedrich
eine unhaltbare Stellung umgeben von bewaldeten Höhenzügen beziehen lassen.
Im Osten
erlitt der preußische General Wedell mit seinen verfehlten Angriffen bei Kay am 23.
Juli eine Niederlage. Diese leitete über zum Höhepunkt des Krieges, der katastrophalen
Niederlage von Friedrich II. bei Kunersdorf am 12. August 1759 gegen die russische
Armee unter Saltykow und einem österreichischen Hilfskorps. Fast 120.000 Soldaten
waren an diesem glühend heißen Tag im Einsatz. Gegen die russischen Feldbefestigungen
konnte die preußische Kavallerie im wald-
Der Abzug der Russen am 1. September
ging als das "Mirakel des Hauses Brandenburg" in die Geschichte ein.
Auf den eisigen
Höhen von Maxen nahmen die Österreicher unter Daun am 20. November 1759 auch noch
das komplette preußische Korps Finck gefangen ("Finckenfang").
Nach vier Niederlagen
gelang den Preußen am 15. August ein Sieg in der Schlacht bei Liegnitz. Friedrich
wich einem geplanten nächtlich Angriff aus, umging und attackierte die völlig überraschten
Österreicher. Er verhinderte so im letzten Moment die tödliche Vereinigung von Dauns
Truppen mit 74.000 Russen, die sich nun zurückzogen.
Vor der Schlacht bei Torgau am
3. November 1760 teilte Friedrich seine Armee. Die Angriffe des Königs von Norden
scheiterten. Der alte Husarengeneral Zieten erneuerte die Schlacht mit seinen nächtlichen
Angriffen von Süden und führte die Wende im letzten Moment herbei.
Friedrich hatte noch einmal den Zugriff seiner Feinde abwenden können, aber seine
personellen und materiellen Ressourcen waren völlig erschöpft und er sah sich oft
in der Versuchung, dem Ganzen mit Selbstmord ein Ende zu bereiten. Im August und
September1761 verschanzte er seine Armee in einem fast uneinnehmbaren Verkehrsknotenpunkt
bei Bunzelwitz, worauf die uneinigen Österreicher und Russen, die sich um die Versorgung
stritten, wieder abzogen.
Mit dem Tod der Zarin Elisabeth II. kam die nicht mehr erwartete
Wende. Friedrich schloß separate Friedensverträge mit Schweden und Rußland. Nach
der Ermordung des Nachfolgers der Zarin, Peter III., konnte er die Russen in der
Schlacht bei Burkersdorf am 7. Juni 1762 gegen die Österreicher durch Geschick zur
Neutralität bewegen. Nach einem erneuten Sieg bei Reichenbach am 16. August konnte
er ganz Schlesien wieder einnehmen.
Sein Bruder Prinz Heinrich schlug die letzte
Schlacht des Krieges gegen Truppen der Reichsarmee und Österreicher am 29.Oktober
1762. Nachdem auch die Franzosen aufgaben, willigten die Österreicher in den Frieden
von Hubertusburg im Februar 1763 ein.
Frankreich wurde der Hauptverlierer des Siebenjährigen
Krieges, den englische Historiker auch als einen ersten Weltkrieg bezeichnen. In
Nordamerika hatten die Franzosen nach der Schlacht von Quebec am 9. September 1759
und dem Fall von Montreal fast ganz Kanada an die Briten verloren. Sie büssten durch
die Niederlagen ihrer Flotte den uneingeschränkten Zugang zu ihren Kolonien ein und
verloren die Seeherrschaft endgültig an die Briten. Zusammen mit den Niederlagen
in Westdeutschland bei Krefeld und Minden führte das zu einer Verschuldungs-
Die Schlacht von Lexington war der Beginn des Krieges. George Washington wurde der
erste amerikanische General im Kampf gegen die Truppen Georg III. von England. Am
4.July 1776 proklamierte Thomas Jefferson die Amerikanische Unabhängigkeitserklärung,
worauf die Briten noch mehr Truppen schickten, um die Rebellion zu unterdrücken.
Die Amerikaner wurden in ihrem Kampf von den Franzosen unter General Lafayette unterstützt.
Die
Briten eroberten zunächst die Höhen von Bunker Hill am 17. Juni 1775, kapitulierten
aber bei Saratoga 1777 nachdem sie die Schlachten von Freeman' Farm und Bermis Heights
verloren hatten. Baron von Steuben reformierte die amerikanischen Truppen im Lager
von Valley Forge nach preußischem Vorbild. Die Briten kapitulierten am 19. Oktober
1781 in Yorktown nach der Belagerung durch amerikanische und französische Truppen.
Das revolutionäre Frankreich erklärte am 20.04.1792 Österreich, auf dessen Seite
sich sofort das verbündete Preußen stellte, den Krieg. Ein Heer unter dem Herzog
von Braunschweig drang im Sommer 1792 bis in die Champagne vor. Die Kanonade von
Valmy am 20.09.1792 zwischen der französischen Revolutionsarmee und den preußisch-
Die Garde-
Am
Nachmittag des 18. Juni 1815 eroberte Marschall Ney das Gehöft 'La Haye Sainte',
den Angelpunkt des englischen Zentrums in der Schlacht bei Waterloo. Napoleon hielt
die Garde zurück, da inzwischen zwei preußische Korps seine rechte Flanke attackierten,
und gab damit den Erfolg des Tages aus der Hand.
Nachdem der Kaiser die Garde zu spät
einsetzte, wurde sie ein einziges Mal besiegt, als eine zahlenmäßige Übermacht sie
angriff und mit Artillerie aus nächster Nähe beschoss.
Napoleon musste nach Paris
zurückkehren, damit die Nationalversammlung nicht hinter seinem Rücken kapitulierte.
Dieser Umstand erst machte Waterloo zur großen Entscheidungsschlacht des 19. Jahrhunderts.
► Österreichischer Erbfolgekrieg (inkl. Schlesische Kriege) 1740-
► Siebenjähriger Krieg 1756-
► Amerikanische Revolution (Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg ) 1775-

Erstürmung des katholischen Kirchofes in der Schlacht bei Leuthen am 5.12.1757.
Friedrich hetzte mit seiner siegreichen kleinen Armee wieder zurück nach Schlesien.
Doch er kam zu spät, um die Niederlage der zurückgelassenen, unterzähligen preußischen
Truppen des Herzog von Bevern vor den Toren Breslaus zu verhindern. Die Österreicher
trafen unterdessen schon Vorbereitungen für ihre Winterquartiere. Durch sein überraschendes
Erscheinen gelang es dem König, die Österreicher zum Verlassen ihres befestigten
Lagers hinter der Lohe zu bewegen, um ihm entgegen zu rücken. In einem Vabanque-
Das Ereignis wird in unserem Buch „Der Weg nach Leuthen“ ausführlich beschrieben. Viele wenig berücksichtigte Detail werden aus neuen Perspektiven betrachtet.
zweieinhalbfacher numerischer Unterlegenheit. In der Schlacht bei Leuthen gelang ihm nach geglückter Täuschung dank überlegener Beweglichkeit seiner Truppen und sehr günstigen Bodenverhältnissen ein völlig unerwarteter Befreiungsschlag. Die Schlacht bei Leuthen sicherte das preußische Überwintern in Schlesien und die dringend benötigte Versorgung der Armee aus dem Land.
Das Ereignis wird in unserem ► Buch „Der Weg nach Leuthen“ ausführlich beschrieben. Viele wenig berücksichtigte Detail werden aus neuen Perspektiven betrachtet.